Sonntag, Juli 15, 2018
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Farben unter Wasser

Was können Fische unter Wasser eigentlich sehen? Können sie Farben erkennen? Funktioniert Farbsehen unter Wasser überhaupt? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen Angler seit Jahrzehnten und natürlich auch mich! Ich habe in diesem Erfahrungsbericht so ausführlich wie noch nie zuvor meine Erkenntnisse für Euch aufgeschlüsselt...image001

Seit einigen Jahren ist die Farbenlehre unter Wasser zu einem zweiten Hobby für mich geworden. Je tiefer man in diese faszinierende Materie eintaucht, desto mehr wird man von ihr verschlungen! Kein Wunder, dass sich so viele Angler mit Köderfarben beschäftigen. Aber bestimmt werden auch viele jetzt denken: „Schon wieder einer, der sich daran versucht.“ Ja, aber ich verspreche Euch: Es gibt viele Aha-Erlebnisse!

Lichtwellen unter Wasser

Alles begann vor vielen Jahren, als ich mich mit Lichtabsorptionen in destilliertem Wasser beschäftigte. Viele von Euch haben bestimmt schon in dem einen oder anderen Vortrag von mir meine Hinweise dazu verfolgt. Die einzelnen Farben gehen, je nach Wellenlänge des Lichts, mit zunehmender Tiefe verloren. Zunächst verschwindet Rot, dann Orange. Gelb, Grün und Blau bzw. Violett bzw. Ultra-Violett sind die Lichtwellen mit besonders viel Energie. Deshalb sind es die Farben, die es ohne Behinderung am weitesten in die Tiefe bzw. am weitesten quer durch´s Wasser schaffen. Die Übertragung dieser Erkenntnis auf das Angeln und den Einsatz unterschiedlicher Köderfarben gab mir aber immer wieder Rätsel auf. Das extrem gute Beißen von Boddenhechten früh morgens auf Fluo-Pink beispielsweise passte überhaupt nicht in dieses theoretische Schema. Die Fische bissen auf Farben, die sie eigentlich nur schlecht oder gar nicht hätten sehen dürfen.

image012Es war wohl der Anstoß von Prof. Dr. Karl-Otto Rothaupt vom limnologischen Instituts der Uni Konstanz, der mich auf die richtige Spur brachte. Er bestätigte meine Köderempfehlungen für grüne und gelbe Köder und lieferte gleich die Erklärung mit: „Unsere Gewässer bestehen nicht aus destilliertem Wasser, sondern aus Wasser mit vielen organischen und anorganischen Schwebstoffen in unterschiedlicher Zusammensetzung. Alle diese Stoffe wirken wie ein Farbfilter des Fotoapparates und nach unseren wissenschaftlichen Untersuchungen sind viele Gewässertypen in Deutschland besonders günstig für die Wellenlängen im grünen und gelben Farbbereich durchlässig!“

Ich wusste also schon einmal, dass Grün und Gelb „oft gut“ als Köderfarben sind. Ich wusste aber auch, dass blaues bzw. violettes Licht besonders energiereich ist und deshalb im klareren Wasser besonders tief eindringt.

Ein spannender Ausflug mit UVA-Licht Violett, ultraviolettes Licht – da war doch noch etwas!? Dieses Licht erzeugt doch tolle Effekte mit fluoreszierenden Farben. Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Endlich waren scheinbare Widersprüche ganz einfach erklärt: Das schnell verschwindende Rot, das dennoch gerne von den Fischen genommen wurde. Das eigentlich schon unsichtbaren Orange, das wundersam erfolgreich war. Und die Boddenhechte mit ihrem wilden Beißen auf Pink am frühen Morgen. Alle diese Erfolgsfarben hatten eines gemeinsam: Es waren keine normalen, sondern fluoreszierende Farben!

Fortan rannte ich zur Belustigung meiner Mitarbeiter mit einer Schwarzlichtlampe durch den Angelladen und „lokalisierte“ fluoreszierende Köder in unseren Regalen. „Da, das gibt´s doch gar nicht!“ Ich hatte einen unscheinbaren, hässlichen, dunkelbraunen Köder als Superfarbe identifiziert. „Motoroil“, das ist in Amerika eine äußerst beliebte Farbe, und auch bei uns hat sich diese Köderfarbe einen besonderen Namen in unseren großen Flüssen und auch in den trüberen Bodden gemacht. Achtet unbedingt darauf, "echtes" (fluoresziendes!) Motoroil zu bekommen, wenn Ihr diese Farbe sucht. Es gibt auch Shads, die annähernd gleich aussehen und total unterschiedlich sind! Für alle, die jetzt panisch nach "Motoroil-Ködern" suchen: Ich habe Slottershads in Motoroil in Auftrag gegeben und sie werden demnächst erhältlich sein. Auch in großen Größen! Mehr dazu später...

Bisher schien es ja logisch, dass man helle, schockige Köder im trüberen Wasser einsetzt, um eine gewisse Sichtbarkeit zu bewirken. Aber Motoroil? Meine Schwarzlichtlampe ließ diese bei Tageslicht unauffällige Farbe hell aufleuchten! Genauso war´s mit japanrot – endlich konnte ich die Geheimnisse der Köderfarben zumindest etwas lüften.

 

Autor: Uli Beyer

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